Ich habe einen Computer, der kann alles, wenn ich ihm den richtigen Input gebe. Ich habe ein Kind, das kann alles, wenn ich ihm den richten Input gebe. Ich kann alles schreiben, was ich will, weil ich dem Roman jede Richtung geben kann, die ich will.

Und der Scheißcomputer stürzt ab, weil ihn die Apps überfordern, die mir sagen, alles geht, und das Kind bricht zusammen, weil es “gefördert” werden soll, weil es ja einfach nur von außen programmiert werden braucht, um genauso zu sein wie die anderen, und der Roman verhält sich störrisch, denn es geht nur dann voran, wenn ich ganz still werde und versuche, meinen Figuren zuzuhören.

Quelle catastrophe.

Henry Miller erzählt, wie er zehn Jahre lang versucht hat, der Schrifsteller zu werden, der er sein wollte, wie er in Paris zusammengebrochen ist, und wie er der Schriftsteller wurde, der er sein musste. “There was nothing left of the writer I had hoped to be, only the writer I had to be.” (The World of Sex, 1957)

Die Romane, die ich schreiben kann, sind genauso begrenzt wie die Anzahl der Eizellen in meinem Körper. Zu meiner Individualität, zu meiner Kreativität gehört ihre Begrenztheit. Meine Kinder sind die, die sie sind. Und Computerprogramme sind wie die Zeitung: zu 20% brauchbar, zu 80% Schrott.

Und jeder definiert das anders.