Ich war gestern bei einem Elternabend im Kindergarten und habe davon einen Kater. Mir fehlt eine Stunde Schlaf. Ich stöhne schon bei jedem Wochendtrip darüber, zu packen und an “alles” zu denken – alles, was hier zur unmittelbaren Routine gehört. Ich weiß, wenn ich ein kleines bisschen Erholung haben will, muss ich einfach an Ort und Stelle bleiben und möglichst “alles” genau so machen wie immer: im Schlaf.

Die Routine kommt zuerst, dann kommen Kunst und Kind. Disziplin. Verknappung. Gewohnheit. Schlaf. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum Lyrik so faszinierend bildreich ist: je strenger die Form, desto größer die Kreativität. Ich habe erst mit den Kindern entdeckt, dass ich in kurzen, zweistündigen Zeitfenstern, in denen mich garantiert niemand stört, am Besten arbeiten kann. Alles andere ist zu lang, zu störungsanfällig – keine Ahnung, wie J.K. Rowling ihre Bücher im Café schreiben konnte, das Babyfon auf dem Tisch. Für mich gilt: je langweiliger der Alltag, desto entspannter die Kinder, desto spannender die Bücher, desto besser mein Leben.